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Burg Heinfels

Geschichte

Erst im Jahr 1243 wird die Burg das erste Mal urkundlich genannt. Es wird sowohl der Bestand einer Burg als auch ihr Herr, Ritter Otto von Heunvels, erwähnt. Einige Jahre später erhalten wir Kunde von Hiltegrim und Jordan, die mit dem Beifügen ,,Welsbergische Mannen" näher bezeichnet werden. Es muss sich dabei um Ritter gehandelt haben, die Verwandte der Edlen von Welsberg oder ihnen dienstbar waren. Licht in die Geschichte der Burg bringt dann wieder eine Urkunde aus dem Jahre 1275. Meinhard II. von Tirol übergab damals Heinfels seinem Bruder, dem Grafen Albert II. von Görz, wofür dieser auf die Meraner Münzstätte verzichtete.

Unter den Görzer Grafen wurde der Komplex ausgeweitet, wobei neue Bauten um einen Mittelhof gruppiert wurden. Erst nach dem Tode des letzten Görzer Grafen Leonhard (1500) erlosch die Herrschaft dieses Geschlechtes auf Heinfels. Maximilian, der volkstümliche und beliebte große Kaiser, erwarb die Burg mit der ganzen Vorderen Grafschaft Görz und baute zwischen 1505 und 1514 die Ringmauer mit mehreren Wehrtürmen. Maximilian behielt seinen neuen Besitz nicht selbst, sondern verpfändete die Burg Heunfels mit dem Gerichte und Amte" dem Brixner Bischof Melchior im Jahre 1501.

In den unmittelbaren Besitz des Landesfürsten gelangte Heinfels jedoch schon wieder 1570, als Erzherzog Ferdindand die Pfandschaft einlöste. 1581 wurde sie jedoch wieder dem Brixner Bischof Thomas als Pfand überlassen. Im Jahre 1612 fiel Heinfels abermals durch Pfandeinlösung an Erzherzog Maximilian, der die Burg und Herrschaft Engelhard Dietrich von Wolkenstein-Trostburg mit dem Vorbehalt des Wiederkaufrechtes übergab. Geldverlegenheit hatte König Max zu diesem Schritt gezwungen. Im Tiroler Bauernkrieg wurde Heinfels 1525 von Bauern besetzt, und als es wieder in der Hand des Bischofs war, am 7. Juli 1526 von Michael Gaismair mit 2000 Mann belagert. Die Burg, die mit Geschützen und Kriegsknechten vom Bischof versehen worden war, konnte sich halten.

Aus der Feder seines Bruders Marx Sittich von Wolkenstein stammt eine bemerkenswerte Beschreibung der Gegend. Er rühmt die herrliche Herrschaft Heinfels, in der es ertragreiche Gemsjagden gibt, und wo auch Luchse zur Strecke gebracht werden können. Besonders hebt er die blühende Viehzucht in diesem Gebiete hervor, die Brixen mit Fleisch versieht. Jedoch mit der Herrschaft der Wolkensteiner sollte es bald vorbei sein. Erzherzog Leopold kaufte 1629 die Herrschaft zurück und verlieh sie dem Damenstift zu Hall, das damals wohl sehr viel Geld. aber weniger Grundbesitz hatte. Die Zeit um 1600 war überhaupt für die Burg schicksalsträchtig. 1605 dürften Bauarbeiten am Hunnenturm durchgeführt worden sein, und dann kam die Feuersbrunst vom 15. Jänner 1613. Große Teile der Burg brannten nieder, jedoch baute die Hofkammer die Gebäude wieder auf, und die Tiroler Landschaft setzte die Festungswerke instand. Ungefähr ein Jahrhundert später (1714) beschädigte ein Erdbeben die Wohnung des Pflegers, der uns über dieses Ereignis folgenden Bericht gibt: ,,Die Erdbeben haben sich darinn merklich hören lassen und neben anderen auch in den heinfelsischen Mauern ein und den anderen Schaden verursacht".

Nun aber zurück zur Geschichte der Besitzer von Heinfels. Die Damen zu Hall hatten die Herrschaft Heinfels von 1629 bis zur Auflösung ihres Stiftes durch Kaiser Josef II. im Jahre 1783 inne, der als Landrichter 1786 Franz Hübeler und als Pfleger 1802 Anton Tschusi einsetzte. 1833 schließlich ging die Burg in das Eigentum der Gemeinden des Gerichtsbezirkes Sillian mit Ausnahme von Innichen über. Das Gebäude wurde an Baron Ertl aus Graz verpachtet, diente jedoch bis ca. 1910 der k.k. Armee als Kaserne, wobei die Altertümer sehr unter dem Aufenthalt der Soldaten litten. 1936 wurde Heinfels von der Marktgemeinde Sillian ersteigert und am 26. August 1936 an Alois Stallbaumer verkauft, der sie bis zu seinem Tode 1974 besaß. Stallbaumer vermachte in seinem Testament Heinfels dem Jesuitenkollegium in Innsbruck. Heute ist die Burg im Besitz der Firma Loacker.

 

Baugeschichte

Der ursprüngliche Kern ist der auf einer späteren Wendeltreppe erreichbare Bau auf der höchsten Stelle des Burghügels, der aus dem Burgfried und dem daran anschließenden Palas bestand mit dem südlich angebauten Kapellentrakt. Der tiefer liegende Westteil kam um 1500 dazu, auch die Zwingeranlagen an der Süd- und Ostseite mit Türmen, Toren und Schießscharten, die um 1600 von dem damaligen Burgherren Engelhart Dietrich von Wolkenstein erneuert wurden.

Um ca. 1744 finden wir eine Schlossmühle erwähnt, deren Inhaber Michael Tassenbacher war, die jedoch bald darauf durch den Villgratenbach zerstört wurde. Sie wurde mit großen Kosten aus Holz neu erbaut, brannte jedoch 1762 wieder ab und wurde dann von Johann Holzer d.Ä. aus Mauerwerk neu erbaut.

 

Sage der Burg Heinfels

Im Salcherhaus (heute Gasthof Burg Heimfels) in Panzendorf befindet sich ein unterirdischer Gang, der zur Burg führt. Daran knüpft sich die folgende Sage: Der Gang soll den hinter eisernen Türen verschlossenen Burgschatz beherbergen. Wer zur mitternächtlichen Stunde bei Vollmond den Gang betritt, dem werden zwei Hunde mit feurigen Augen die Schlüssel bringen, um die Schatztüre öffnen zu können.

Zwei Panzendorfer versuchten ihr Glück. Es erschienen ihnen wirklich zwei Hunde mit den Schlüsseln im Maule. Als die Männer aber danach greifen wollten, verschwanden die Hunde, weil nur ein Mann den Schatz heben darf.


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